Kunst bei der IHK: Der Potsdamer Maler und Grafiker Wolfgang Liebert mit 60 Arbeiten bis Ende März im Stammhaus in der Breiten Straße in Potsdam.
,,Ich habe die Reste der Garnisonkirche noch gezeichnet, bevor sie weggesprengt wurden.'' Das sagt der Potsdamer Wolfgang Liebert, dabei umspielt ein kaum merkliches Lächeln seine Mundwinkel. ,,Jetzt will man sie wieder aufbauen und tut sich doch so schwer damit.''
Liebert, 1944 in Meseritz in der Grenzmark geboren und erst 1951 nach Potsdam gekommen, fühlt sich heute den geschichtlichen und kulturhistorischen Traditionen Potsdams verpflichtet. ,,Nein'', das sei richtig, Preußen gebe es nicht mehr. Aber das Erbe. Schließlich hätte man ohne das Gestern kein Heute und schon gar kein Morgen.
Liebert, den die stetige Beschleunigung des jetzigen Lebens nachdenklich stimmt, nimmt sich die Zeit. Er fährt regelmäßig nach Italien, spürt dort neben der eigenen auch die Verwandtschaft preußischer Ideale auf. ,,Friedrich des Großen Beziehungen zur Antike, die Liebe zum Frühklassizismus von Friedrich Wilhelm II., die Synthese von Architektur, Malerei und Gartengestaltung unter Friedrich Wilhelm IV.- all das hat unsere Region geprägt.'' Nun gelte es, dies zu bewahren, so Liebert. So spielen die Antike, Italien, Potsdams Parks und Schlösser aber auch die Innenstadt ihre Rollen in seinen Werken.
Der ehemalige,,Helmhöltzer'' - er absolvierte an dem traditionsreichen Potsdamer Gymnasium, das damals Erweiterte Oberschule hieß, sein Abitur - studierte Malerei und Grafik an der Kunsthochschule in Berlin Weißensee, arbeitete zwölf Jahre frei schaffend, lehrte ab 1985 als Fachschullehrer an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Potsdam sowie an der später gegründeten Fachschule für Werbung und Gestaltung Potsdam sowie an der später gegründeten Fachhochschule bis 1996 und ist bis 2004 bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg tätig gewesen.
Seitdem widmet er sich ausschließlich der künstlerischen Arbeit.